Taktungen auflösen

Die untersten drei Ebenen der Pyramide dienen dazu ein Fundament zu bauen. Engpässe sind soweit wie möglich reduziert. Verhalten, Zuverlässigkeit und Vertrauen sind weitgehend aufgebaut. In solch einem Umfeld ist es nun möglich weitere höhere Optimierungen anzugehen.

Taktung auflösen

  • Die unteren drei Ebenen bilden das Fundament. Wenn diese durchlaufen wurden können weitere Optimierungen angegangen werden.
  • Künstliche Meilensteine oder Phasenübergänge führen dazu, das viele Arbeitspakete auf wenige warten müssen.
  • Es gilt das Phasendenken zu überwinden und in Arbeitsvorräten zu denken.

In vielen Unternehmen existieren Projektprozesse, die künstliche Synchronisationspunkte (vorgegebene Meilensteine oder Tollgates) vorsehen. An solchen Punkten wird das Projekt so lange angehalten bis alle Dokumente und Freigaben vorliegen - dann erst darf die nächst Phase begonnen werden. Der Projektablauf ist in starre Phasen gegliedert. Dies führt zu unnötigen Wartezeiten an den Meilensteinen, Latenzen und damit Low-Speed.

Dabei gibt es keine physikalische Begründung für diese künstlichen Synchronisationspunkte. Sie müssen entfernt werden. Sobald eine Teilaufgabe eines Projektes ausreichend spezifiziert werden kann, kann auch mit der Umsetzung begonnen werden. Im Falle von benötigten Vorleistungen verzögert sich die Umsetzung entsprechend. Nur die notwendigsten natürlichen Synchronisationspunkte bleiben erhalten.

Wenn man diese Idee weiter denkt löst sich die Phasenstruktur eines Projektes vollständig auf. Es entsteht ein Arbeitsvorrat von Arbeitspaketen auf die der immer gleiche Elementarprozess "#2 Arbeitspakete bearbeiten" angewandt wird. Es gibt viele Instanzen des gleichen Prozesses in unterschiedlichen Phasen auf vielen Elementen eines Arbeitsvorrates.

Im Idealfall erfolgt die Definition der Arbeitspakete sogar rekursiv. Der Projektmanager kümmert sich nur um die Strukturierung der Arbeitspakete der obersten Ebene. Die weitere Detaillierung und Strukturierung wird dem untergeordneten Arbeitspaketverantwortlichen überlassen.

Dieser Wegfall der künstlichen Synchronisationspunkte (Taktung) entspricht in der Fertigungstechnik dem Übergang von großen Losgrößen auf Losgröße eins. Losgröße eins ist hierbei der Schlüssel um den Fluss in der Fertigung optimal zu gestalten und die Bestände, an halbfertigen Waren, drastisch zu reduzieren.